Fragen und Antworten im Bewerbungsgespräch

Wir haben bei verschiedenen deutschen Unternehmen nachgefragt:
Was interessiert sie besonders?

Einen Auszug der Antworten finden Sie hier.


Warum haben Sie sich gerade bei unserem Unternehmen beworben?
Schlechte Antwort: „Ich stieß zufällig auf die Stellenanzeige.“ „Ich sol mich bei Ihnen bewerben.“
Gute Antwort: „Ich habe mich ausführlich über interessante Arbeitgeber informiert. Die Struktur Ihres Unternehmens kommt meinen bisherigen Erfahrungen in abteilungsübergreifender Projektarbeit sehr entgegen.
Unser Tipp: Aussagen im Stil von „Seit ... benutze ich Ihre Gesichtscreme“ wirken  nicht glaubwürdig. Dokumentieren Sie lieber Ihre Anstrengungen bei der Informationssuche.

Was sind Ihre beruflichen Ziele in den nächsten Jahren?
Schlechte Antwort: „50 000 Euro.“
Gute Antwort: „Ich möchte meine Entwicklung weiterführen. Aufbauend auf meinen bisherigen Tätigkeiten als ... und ... möchte ich umfassendere Kompetenzen und Verantwortungsbereiche übertragen bekommen.“
Unser Tipp: Machen Sie eine Karriereplanung in eigener Sache. Welche Aufstiegswege sind in Ihrem Tätigkeitsbereich üblich?

Welches sind Ihre Ziele für die nächsten 2 - 3 Jahre?
Schlechte Antwort: „Mal sehen, ob ich so lange bei Ihnen durchhalte.“
Gute Antwort: „Ich möchte meine Entwicklung weiterführen. Aufbauend auf meinen bisherigen Tätigkeiten als ... und ... möchte ich umfassendere Kompetenzen und Verantwortungsbereiche übertragen bekommen.“
Unser Tipp: Machen Sie eine Karriereplanung in eigener Sache. Welche Aufstiegswege sind in Ihrem Tätigkeitsbereich üblich?

Was sind Ihre beruflichen Ziele, wo wollen Sie in acht bis zehn Jahren stehen?
Schlechte Antwort: „Da wo Sie jetzt sind.“
Gute Antwort: „Das ist ein langer Zeitraum. Da ich gerne Schritt für Schritt vorgehe, strebe ich zunächst erweiterte Führungsverantwortung/größere Verantwortungsbereiche an. In acht bis zehn Jahren sollte es möglich sein, den Karriereschritt zum ... vollzogen zu haben. In Abstimmung mit der Personalentwicklung lässt sich sicherlich auch ein langfristiger Karriereplan aufstellen.“
Unser Tipp: Machen Sie deutlich, dass Sie gerne beim Unternehmen bleiben wollen, wenn genügend Aufstiegsmöglichkeiten vorhanden sind.

Wie würden Freunde / ehemaligen Kollegen und Vorgesetzte Ihre für die Vakanz relevanten Eigenschaften beschreiben?
Schlechte Antwort: „Bitte? Was für eine relevante Vakanz?“
Gute Antwort: „Sie würden mich als engagierten und motivierten Menschen beschreiben. Meine Kollegen und Vorgesetzten würden auf die Bereitschaft zur Übernahme von Sonderaufgaben hinweisen und meine Erfolge herausstellen. Meine Freunde würden sagen, dass ich auch im Freizeitbereich gerne organisiere und immer ein offenes Ohr für die Belange anderer habe.“
Unser Tipp: Ihre Selbstbeschreibung ist gefragt und die sollte möglichst positiv ausfallen.

Warum sollten wir uns gerade für Sie entscheiden?
Schlechte Antwort: „Ich bin der Beste, den Sie kriegen können.“
Gute Antwort: „Weil meine bisherige berufliche Entwicklung mich darauf vorbereitet hat, die Aufgaben eines XYZ bei Ihnen zu übernehmen. Ich habe bereits ... Projektteams geleitet/die Materialbeschaffung neu organisiert/umfassende Vertriebserfahrung in Ihrer Branche gesammelt/das Office Management neu gestaltet.“
Unser Tipp: Setzen Sie Ihre Selbstpräsentation ein.

In welchen Situationen haben Sie bisher am meisten gelernt und was?
Schlechte Antwort: „In der Prüfungsvorbereitung.“
Gute Antwort: „Immer dann, wenn es darum ging, mein Wissen in die berufliche Praxis umzusetzen und mich auf andere Menschen einzustellen. Bei meinen ersten Kundenkontakten war es noch eine echte Herausforderung für mich, Angebote genau auf die Bedürfnisse des Kunden zuzuschneiden. Inzwischen kann ich mich sehr schnell auf andere Menschen einstellen, deren Wünsche erkennen und mein Verhalten entsprechend ausrichten.“
Unser Tipp: Thematisieren Sie berufliche Situationen und machen Sie deutlich, dass Sie nicht nur über Fachwissen, sondern auch über soziale Kompetenz verfügen.

Welches Arbeitsumfeld benötigen Sie?
Schlechte Antwort: „Ich kann es nicht leiden, wenn man mir dauernd reinredet. Ich will ganz in Ruhe meine Aufgaben bearbeiten.“
Gute Antwort: „Ich brauche eine gute Einbindung in die Informationswege im Unternehmen. Von den Kollegen erwarte ich, dass sie bei ihrer Arbeit das Unternehmensinteresse im Blick behalten.“
Unser Tipp: Stellen Sie sich als gut informierter Teamplayer dar.

Wie gehen Sie mit Konfliktsituationen um?
Schlechte Antwort: „Konfliktsituationen gehe ich aus dem Weg.“
Gute Antwort: „Ich versuche, sie aufzulösen. Zuerst forsche ich nach den Ursachen. Vielleicht gibt es ein Problem bei der Umsetzung der Unternehmensstrategie in das Tagesgeschäft. Es ist aber auch möglich, dass persönliche Spannungen zwischen den Mitarbeitern aufgetreten sind. Eventuell müssen bestehende Arbeitsabläufe dann neu strukturiert werden. Der erste Schritt ist für mich immer das Gespräch mit allen Beteiligten.“
Unser Tipp: Zeigen Sie, dass Sie Konfliktsituationen analysieren können und bei der Lösung schwieriger Situationen flexibel vorgehen.

Was haben Sie während Ihres Praktikums bei XYZ bearbeitet?
Schlechte Antwort: „Also um ehrlich zu sein, habe ich die meiste Zeit Kaffee gekocht und kopiert.“
Gute Antwort: „Ich habe im Unternehmensbereich ... in der Abteilung ... gearbeitet. Zu meinen Aufgabe gehörte ... und ...“
Unser Tipp: Liefern Sie konkrete Beispiele für Ihre Tätigkeiten im Praktikum. Machen Sie klar, dass Sie das Tagesgeschäft kennen gelernt haben und sich mit den in der Berufspraxis üblichen Abläufen vertraut gemacht haben.

Welche Dinge sollten sich bei einem Wechsel des Arbeitgebers auf jeden Fall ändern?
Schlechte Antwort: „Ich will nicht wieder von Ignoranten und Idioten umgeben sein.“
Gute Antwort: „Ich möchte mehr Gestaltungs- und Verantwortungsspielräume übertragen bekommen. Gute Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen sollten ebenfalls vorhanden sein.“
Unser Tipp: Verzichten Sie auf die Darstellung von Problemen und Krisen. Richten Sie den Blick in Ihre berufliche Zukunft.

Was waren die Gründe für Ihre Studien- bzw. Berufswahl?
Schlechte Antwort: „Meine Eltern haben mir dazu geraten.“
Gute Antwort: „Vor der Wahl meines Studiums habe ich mich mit den späteren Beschäftigungsmöglichkeiten auseinander gesetzt. Die Chance später als ... zu arbeiten, hat dann für mich den Ausschlag gegeben. Meine Praktika haben mich in meiner Studienwahl bestätigt.“
Unser Tipp: Verdeutlichen Sie, dass Sie Entscheidungen gut vorbereiten.

Wie sehen Ihre Gehaltsvorstellungen aus?
Schlechte Antwort: „Was ist denn bei Ihnen so üblich?“
Gute Antwort: „Die ausgeschriebene Stelle liegt üblicherweise in einem Gehaltsrahmen von 35 000 bis 40 000 Euro. Durch meine Praktika verfüge ich über sofort einsetzbare Kenntnisse in ... und ... Daher halte ich ein Brutto-Jahresgehalt von 38 000 Euro für angemessen.“
Unser Tipp: Informieren Sie sich über die üblicherweise gezahlten Gehälter. Wollen Sie ein überdurchschnittliches Gehalt erzielen, müssen Sie gute Argumente liefern.

Wann ist Teamarbeit für Sie effizient? Welche Rolle(n) nehmen Sie in einem Team ein?
Schlechte Antwort: „Viel Rumgequatsche mit wenig Ergebnis.“
Gute Antwort: „Unter Teamarbeit verstehe ich, dass jeder seine spezielle Kompetenz einbringt, um gemeinsam eine berufliche Aufgabe zu lösen. Teamarbeit ist für mich dann effizient, wenn Meetings gut vorbereitet werden, der Ablauf strukturiert ist und das Ziel nicht aus den Augen verloren wird. In der Durchführung bearbeite ich meine Fachaufgaben und mache die Ergebnisse vermittelbar. Besonders gerne arbeite ich an der Integration der Teilergebnisse in ein Gesamtergebnis mit.“
Unser Tipp: Verzichten Sie auf Plattitüden. Machen Sie sich die Vorteile der Teamarbeit bewusst. Schreiben Sie sich eine konstruktive Rolle zu.

Was stellte für Sie eine wirkliche große Herausforderung dar? Wie sind Sie diese angegangen?
Schlechte Antwort: „Meine Diplomarbeit. Das Problem war, dass ich zu spät mit dem Schreiben angefangen habe.“
Gute Antwort: „Eine wirklich große Herausforderung war meine erste Projektleitung. Es galt, die Interessen aller Beteiligten unter einen Hut zu bringen, was gar nicht so einfach war. In dieser Zeit habe ich sehr viel über Moderationstechniken gelernt, ein gutes Gespür für die Eigenheiten bestimmter Abteilungen entwickelt und meine Fähigkeiten zum Interessenausgleich ausgebaut.“
Unser Tipp: Nennen Sie eine berufliche Herausforderung, die Sie gut bewältigt haben.

Wie reagieren Sie auf Autoritäten?
Schlechte Antwort: „Unterordnung gehört dazu, ich will schließlich auch mal irgendwann Chef werden.“
Gute Antwort: „Ich gehe bei Autoritäten davon aus, dass diese auch etwas für ihre Anerkennung getan haben. Dann kann ich sicherlich etwas von ihren besonderen Leistungen lernen. Missverstandene Autorität wie beispielsweise autoritäres Verhalten buche ich unter persönliche Eigenheiten ab. Menschen sind nun einmal unterschiedlich, ich würde auf jeden Fall versuchen, einen persönlichen Draht aufzubauen.“
Unser Tipp: Differenzieren Sie. Es gibt oft mehrere Bedeutungen für einen Ausdruck. Geben Sie sich generell kooperationsbereit.

Auf welche bekannten Dinge möchten Sie in der neuen Aufgabenstellung nicht verzichten?
Schlechte Antwort: „Auf einen angemessenen Dienstwagen.“
Gute Antwort: „Auf ein Team, das bei der Umsetzung von Unternehmenszielen an einem Strang zieht.“
Unser Tipp: Legen Sie den Schwerpunkt lieber auf ein kollegiales Verhältnis und eine gute Arbeitsatmosphäre als auf materielle Faktoren.

Welche Aufgabenschwerpunkte erwarten Sie in der neuen Aufgabenstellung?
Schlechte Antwort: „Ich mache, was man mir sagt.“
Gute Antwort: „Ich werde sicherlich noch mehr in der abteilungsübergreifenden Koordination tätig sein als bisher. Meine bisherigen Tätigkeiten haben mich darauf vorbereitet, umfassendere Verantwortung zu übernehmen. Die Arbeit mit Projektteams ist mir vertraut. Daneben habe ich mich besonders mit der Umsetzung von Qualitätsrichtlinien auseinandergesetzt.“
Unser Tipp: Behalten Sie die Stellenausschreibung im Blick. Gehen Sie auf Überschneidungen Ihrer bisherigen Tätigkeiten mit den neuen Aufgaben ein (Selbstpräsentation).

Wie stellen Sie sich Ihren Einstieg bei uns vor?
Schlechte Antwort: „Das werden Sie sicherlich für mich regeln.“
Gute Antwort: „Aus meinen Praktika verfüge ich über erste Kenntnisse in dem von mir angestrebten Berufsfeld. Einige Arbeiten könnte ich gleich in Angriff nehmen. Auf der anderen Seite möchte ich mich natürlich auch auf neue Aufgaben vorbereiten. Es wäre schön, wenn ich einen Ansprechpartner hätte, der mir bei Fragen weiterhelfen kann.“
Unser Tipp: Betonen Sie Ihre erste Berufserfahrung und zeigen Sie sich offen für neue Herausforderungen.

Was wissen Sie über unser Unternehmen?
Schlechte Antwort: „Da Ihr Aktienkurs dauernd bröckelt, dachte ich, Sie können meine Hilfe gut gebrauchen.“
Gute Antwort: „Ich habe mir einen Überblick über die Produkte Ihres Unternehmens, die Unternehmensstruktur und die Beschäftigungsmöglichkeiten, die für mein Profil in Frage kommen, verschafft. In meiner beruflichen Entwicklung habe ich meine Kenntnisse in ... und ... kontinuierlich ausgebaut. Die Tätigkeiten ... und ... möchte ich jetzt zum Schwerpunkt meiner Arbeit machen.“
Unser Tipp: Machen Sie deutlich, dass Sie sich über das Unternehmen informiert haben. Koppeln Sie Ihre bisherige Entwicklung mit einem Ausblick auf zukünftige Aufgaben.